Gutenberg Kammerchor & Neymeyer Consort, © Prof. F. Koch© Prof. F. Koch

Dowland Project

Der Name John Potter hat in der internationalen Vokalszene einen extrem guten Klang: der Tenor und Autor zahlreicher musiktheoretischer sowie -praktischer Schriften war in jungen Jahren zeitweise Backgroundsänger berühmter internationaler Rock- und Popgrößen wie Led Zeppelin, konzentrierte sich dann jedoch auf den klassischen Gesang. Potter war Mitglied der berühmten Swingle Singers, Gründer des Ensembles Red Byrd und sang von 1984 bis 2001 im weltbekannten Hilliard Ensemble. Seine musikalische Ausbildung begann er als Sänger im Choir of King’s College in Cambridge, die er an The King’s School in Canterbury und am Gonville and Caius College in Cambridge fortsetzte. Über hundert Aufnahmen sowie zahlreiche musiktheoretische Schriften dokumentieren die Vielseitigkeit dieses Künstlers.

John Surman wirkt als Jazz-Musiker und -Komponist, der unter anderem auch Filmmusiken geschrieben hat. Mitte der 1960er Jahren begann er als Baritonsaxophonist in der Mike-Westbrook-Band und wandte sich bald auch dem Sopransaxophon und der Bassklarinette zu. Nach Aufnahmen mit verschiedenen Jazz-Formationen veröffentlichte Surman 1968 sein erstes eigenes Album. Im Verlauf seiner Karriere musizierte er mit Jazz-Größen wie dem Gitarristen John McLaughlin oder dem Posaunisten Albert Mangelsdorff. Surman spielt gerne in ungewöhnlichen Besetzungen mit überraschendem Kontext wie 1997 auf dem Album „Thimar“ im Trio mit dem tunesischen Oud-Spieler Anouar Brahem und dem Bassisten Dave Holland. Hier reiht sich auch Surmans Mitwirkung im Dowland project ein.

Der Violinist Miloš Valent studierte das Geigenspiel am Konservatorium im slowakischen Žilina sowie an der Akademie der Darstellenden Künste in Bratislava. Sein wachsendes Interesse an der Alten Musik führte ihn zum renommierten Ensemble Musica aeterna und weiteren Formationen. Valent arbeitete regelmäßig mit Orchestern wie Holland Baroque und Musica Florea, dem Bach Consort Wien und Concerto Copenhagen zusammen. Außerdem engagiert er sich gerne in experimentellen Multi-Genre-Projekten wie der Mojše Band oder dem Dowland project. Valent ist Dozent an der Kunstuniversität Graz und leitete Meisterkurse am Conservatoire de Musique in Genf, der Hochschule für Kunst Bremen, der Eastman School of Music, dem Boston Early Music Festival sowie der Týn School in Prag.

Jacob Heringman begann 1986 während seines Englisch- und Philosophiestudiums mit dem Lautenspiel. Ein Jahr später zog er nach London und studierte am Royal College of Music bei Jakob Lindberg, dessen Aufnahmen ihn für dieses Instrument begeistert hatten. Ab 1989 musizierte Heringman in diversen englischen Barockformationen und wirkte in zahlreichen Konzerten und Aufnahmen als Continuospieler. Nach vielen Jahren konzentrierte er sich dann auf die Musik des Vorbarock, um dem Repertoire dieser Epoche den ihm gebührenden Stellenwert einzuräumen. Seitdem trat er mit zahlreichen exzellenten Vokalkünstlern auf, die sich auf Lautenlieder und Ensemblemusik spezialisiert haben, darunter neben John Potter Emma Kirkby, Michael Chance und Barbara Bonney. Im Duo Pellingman’s Saraband musiziert Heringman mit seiner Frau, der Gambistin Susanne Pell.

Kursprojekt John Potter & Werner Schüßler

Statt einzelne Biografien von John Potter und Werner Schüßler abzubilden, richten die folgenden Zeilen den Blick auf einen besonderen Aspekt in der Beziehung dieser beiden Künstler, die neben zahlreichen gemeinsamen musikalischen Erfahrungen vor allem eine intensive Freundschaft verbindet. Aus beidem entwickeln sie immer wieder spannende Projekte – wie der Meisterkurs, dessen Ergebnisse beide heute präsentieren.

Werner Schüßler berichtet von einem Schlüsselerlebnis in den 1980er-Jahren: Damals hörte er im Radio das Hilliard Ensemble mit Musik von Johannes Ockeghem aus dem 15. Jahrhundert. Elektrisiert davon begann er, dazu zu recherchieren – damals geschah das noch via Brief und Telefonat. Der Udenheimer besorgte sich schließlich sämtliche Aufnahmen der Hilliards, bei denen seinerzeit auch John Potter mitwirkte.

Wenige Jahre später wurde er auf eine vokale Masterclass in Cambridge aufmerksam und meldete sich an. Der Managerin erzählte er von Karten für ein baldiges Hilliards-Konzert in Rüsselsheim und bekam den Auftrag, Grüße auszurichten. Leicht eingeschüchtert von der Großartigkeit dieser Sangeskünstler wartete Schüßler nach dem Konzert, um dieser Bitte zu entsprechen. Die Ensemblemitglieder freuten sich riesig und luden den (perfekt Englisch sprechenden) Rheinhessen gleich zum Essen ein – die sich daraus entwickelnde langjährige Freundschaft zu allen Sängern hält bis heute an.

Einer davon war John Potter, der einen großen Einfluss auf den deutschen Sänger und Gitarristen hatte und hat: „Mich fasziniert seine stilistische Offenheit und der Respekt vor der Leistung anderer“, erzählt Schüßler: „Er ist keiner, der Pfade vorgibt, sondern er ermuntert seine Schüler, ihre eigenen Wege zu gehen, ihr persönliches Profil zu schärfen und sich stimmlich weiterzuentwickeln.“

Nach vielen gemeinsamen Kursen wechselte der Udenheimer schließlich die Seiten und wurde vom Lernenden zum Lehrenden. Er holte die Hilliards nach Deutschland zu Meisterkursen in der Landesmusikakademie in Schloss Engers und zu Konzerten ins heimische Rheinhessen. Auch Potter, der das Ensemble zwischenzeitlich verlassen hatte, um sich seiner Lehrtätigkeit an der Universität York zu widmen, kam und kommt immer wieder gerne in die Region, um mit seinem Freund Werner gemeinsam jungen Menschen den Zugang zum faszinierenden Kosmos der vokalen Ensemblemusik zu ermöglichen.

Chor der Hochschule für Kirchenmusik Dresden

Der Chor der Hochschule für Kirchenmusik Dresden besteht aus allen Studierenden dieser kirchlichen Ausbildungsstätte, in der sich junge Menschen auf den kirchenmusikalischen Dienst vorbereiten. Unter den verschiedenen Leitern war der Chor stets ein profilierter Klangkörper, der über die Grenzen der Region hinaus bekannt wurde. Regelmäßig tritt der Hochschulchor mit Oratorien- und Kantatenaufführungen sowie A-cappella-Konzerten innerhalb und außerhalb Dresdens an die Öffentlichkeit. Die Programme enthalten traditionelle und zeitgenössische Werke in ausgewogenem Verhältnis. Zahlreiche Konzertreisen führten den Chor in verschiedene Teile Deutschlands sowie ins Ausland (Polen, Schweiz, Lettland, Estland, Tschechien). Seit 2013 wird der Chor vom aktuellen Rektor der Hochschule Prof. Stephan Lennig geleitet. Der Chor steht auch Sängerinnen und Sängern außerhalb der Hochschule für Kirchenmusik offen, die Interesse an anspruchsvoller Chorarbeit haben und entsprechende musikalische Vorkenntnisse mitbringen.

Stephan Lennig ist seit 2013 Professor für Chorleitung und Rektor der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden. Nach dem Studium der evangelischen Kirchenmusik in Detmold absolvierte er ein Aufbaustudium Chordirigieren bei Prof. Wolfgang Schäfer in Frankfurt/Main. Verschiedene berufliche Stationen führten ihn unter anderem als Bezirkskantor in den Evangelischen Kirchenkreis Hanau-Land und als Dozent an die kirchenmusikalische Fortbildungsstätte Schlüchtern. Von 2005 bis 2013 war Lennig Dekanatskirchenmusiker in Wöllstein und von 2007 bis 2013 Stellvertretender Vorsitzender des Verbandes Ev. Chöre in Hessen und Nassau. 2019 wurde er zum Vizepräsidenten der Direktorenkonferenz Kirchenmusik in der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt.

Barbara Christina Steude studierte Kirchenmusik, Gesang und Gesangspädagogik in Dresden sowie am Mozarteum Salzburg. Ihr besonderes Interesse gilt neben der Musikpflege Johann Sebastian Bachs dem kirchenmusikalischen Repertoire der vokalen Kammermusik. Das von ihr mitbegründetet Ensemble „concerto con voce“ zeichnet sich durch Programme unterschiedlichster kammermusikalischer Besetzungen von der Barockzeit bis zur Moderne aus. Steude nimmt regelmäßig solistische Verpflichtungen im Bereich der Kirchenmusik war und arbeitet mit namhaften Dirigenten zusammen. Auslandsgastspiele führten sie u. a. nach Frankreich, Luxemburg, Tschechien, Österreich und Asien. Ergänzt wird ihr aktives Konzertleben durch die Arbeit als Professorin im Fach Gesang an der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden sowie als Stimmbildnerin beim Knabenchor am Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden. Zahlreiche CD-Produktionen dokumentieren ihre Arbeit.

Vivaldi & more

Manuel Fischer-Dieskau (Violoncello) entstammt als Sohn des Sängers Dietrich Fischer-Dieskau einer hochmusikalischen Familie. Mit ihm verbindet ihn auch die Art des Cellospiels, will er doch mit seinem Instrument nach eigener Aussage „singen“. Fischer-Dieskau studierte sein Instrument in Berlin, London, Helsinki und Bloomington (USA), wirkte als Cellist des Cherubini-Quartetts und Solist namhafter Orchester, wobei er mit Dirigenten wie Günter Wand, Sir John Eliot Gardiner, Lorin Maazel, Sir Roger Norrington, Christoph Poppen, Reinhard Goebel oder Hans Zender zusammenarbeitete. 2007 wurde Fischer-Dieskau als Professor für Violoncello und Kammermusik an die Hochschule für Musik Mainz der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz berufen. Sein Schaffen dokumentieren zahlreiche CD-Einspielungen unter anderem bei MDG, wo er 2018 mit seiner Duopartnerin Connie Shih eine Gesamteinspielung der Cellosonaten von Ludwig van Beethoven veröffentlichte.

Felix Koch (Violoncello) studierte sein Instrument in Mannheim, Karlsruhe und Frankfurt/Main. Nach langjähriger Mitwirkung im Ensemble Concertino Saarbrücken war er 1999 Mitbegründer des Ensembles Mediolanum sowie 2007 des Neumeyer Consorts. Als Solist und Kammermusiker ist er Preisträger zahlreicher Wettbewerbe, nahm an diversen Rundfunk- und CD-Produktionen teil und war Gast bei bedeutenden europäischen Festivals wie dem Schleswig-Holstein-Musik Festival, dem Bachfest Leipzig, den Telemann-Festtagen Magdeburg, den Resonanzen Wien oder dem Luzern-Festival. Als Gastdozent für historische Aufführungspraxis unterrichtete Koch an verschiedenen Musikhochschulen und hat seit 2011 selbst eine Professur für Alte Musik an der HfM Mainz inne, wo er auch als Direktor des Collegium Musicum der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz den UniChor, das UniOrchester sowie den Gutenberg-Kammerchor dirigiert. Darüber hinaus widmet sich Koch intensiv der Musikpädagogik, und leitete von 2007 bis 2011 das Lehrerfortbildungsprojekt „Primacanta – Jedem Kind seine Stimme“ an der HfM Frankfurt. Koch ist Initiator und Begründer des Festivals „Tage Alter Musik im Saarland“ (TAMIS) ist seit 2019 Intendant der Internationalen Musiktage Wörrstädter Land und initierte 2020 das internationale „Telemann project“, das sich der weltweit ersten Gesamteinspielung eines großen Kantatenjahrgans Telemanns widmet.

Die Solistinnen Emilie Christine Jønsson (Sopran) und Ellenmarie Rasmussen (Alt) wurden 2022 und 2020 mit dem Förderpreis des Heinz-Frankenbach-Preises ausgezeichnet. Beide angehende Künstlerinnen studieren Gesang an der Hochschule für Musik in Mainz. Der Heinz-Frankenbach-Preis wird im Rahmen eines hochschulinternen Gesangswettbewerbs im Bereich Barockmusik verliehen. Er soll die Studierenden anregen und anleiten, sich mit kammermusikalischen barocken Werken wie Kantaten und Liedern auseinanderzusetzen, eigene Programmideen zu entwickeln und diese mit publikumsorientierten Konzepten in die Tat umzusetzen. Die Jury des Wettbewerbs setzt sich zusammen aus Dozenten der Hochschule für Musik Mainz und externen renommierten Persönlichkeiten der Alten Musik-Szene.

Die Wörrstädter Kantorei besteht seit 1888 als Evangelischer Kirchenchor Wörrstadt. Von 1968 bis 2005 wurde die Kantorei maßgeblich geprägt von Kantor Klaus-Günter Brand. Unter seiner Leitung erarbeitete der Chor ein großes Repertoire geistlicher Musik mit besonderem Schwerpunkt auf dem Werk Johann Sebastian Bachs. Von 2005 bis 2013 wurde die Kantorei von Dekanatskantor Stephan Lennig dirigiert, danach stand ihr Dekanatskantorin Bettina Maier vor. Seit Mai 2018 liegt die Leitung bei Dekanatskantor Peter Meyer. In der Regel singt der Chor jährlich zwei verschiedene Konzertprogramme, wobei sowohl oratorische Stücke als auch anspruchsvolle A-cappella-Werke zur Aufführung kommen. Außerdem gestaltet die Kantorei Gottesdienste. Zum Mitsingen ist willkommen, wer an regelmäßiger musikalischer Arbeit interessiert ist. Erfahrung im Chorsingen und musikalische Grundkenntnisse sind dabei von Vorteil.

Peter Meyer engagierte sich bereits in jungen Jahren als nebenamtlicher Organist seiner Heimatgemeinden in der Kirchenmusik. Nach einem Studium der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in Gießen war der Diplom-Kaufmann zunächst in diesem Bereich tätig. 2011 entschied er sich für die Kirchenmusik und studierte an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg. Nach dem B-Diplom 2015 legte er dort im Frühjahr 2018 das A-Examen für evangelische Kirchenmusik ab. Im Mai 2018 trat Meyer seine Stelle im Herzen Rheinhessens als Dekanatskantor im fusionierten Dekanat Alzey-Wöllstein sowie Kantor der evangelischen Kirchengemeinden Wörrstadt und Rommersheim an. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählt die Leitung der Wörrstädter Kantorei. Neben der Betreuung und Ausbildung des Organisten-Nachwuchses und der Leitung der Kinderchöre der Gemeinde liegen ihm regelmäßige musikalische Aktivitäten wie die Dekanats-Kindersingfreizeit und das Gospelprojekt Wörrstadt am Herzen.

Telemann project

Die Sopranistin Annemarie Pfahler entstammt einer Musikerfamilie und erhielt schon früh Geigenunterricht. Parallel dazu nahm sie Gesangsstunden und konnte im Jahre 2016 erfolgreich als Sängerin in der Kategorie „Alte Musik“ am Wettbewerb Jugend Musiziert auf Regional-, Landes- und Bundesebene überzeugen. Außerdem gewann sie, ebenfalls in der Kategorie „Alte Musik“, den ersten Preis beim Händelwettbewerb Karlsruhe 2016. Nach ihrem Abitur setzte sie ihre Ausbildung an der Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl fort und studiert seit 2018 Konzert- und Operngesang an der Musikhochschule Frankfurt. Meisterkurse besuchte Pfahler bei Emma Kirkby, Lothar Odinius und Hans-Christoph Rademann; zuletzt erhielt sie wertvolle Impulse von Peter Kooij. Neben Ihrer Mitgliedschaft im Stuttgarter Kammerchor, dem Ensemble 1684 und dem Walkenried Consort gestaltete Pfahler als Solistin Konzerte in den Domen von Limburg, Wetzlar und Speyer sowie in diversen Frankfurter Kirchen.

Die Mezzosopranistin Lieselotte Fink begann ihren musikalischen Werdegang im Kinderchor der katholischen Kirchengemeinde St. Martin in Idstein und gestaltete später mit dem Idsteiner Kammerchor zahlreiche Chor- und Orchesterprojekte. Seit Oktober 2017 studiert sie in der Klasse von Prof. Elisabeth Scholl an der HfM Mainz. Ergänzend dazu nahm sie an Meisterkursen bei Petra Lang, Siegfried Jerusalem, Marcelo Amaral, Arila Siegert und Marie-Paule Hallard teil. Im Februar 2019 war Fink erfolgreiche Finalistin des Heinz-Frankenbach-Wettbewerbes für Barockgesang in Eltville. Als Ensemblemitglied und Solistin sang sie in zahlreichen Konzerten, beispielsweise 2022 die Johannespassion von Johann Sebastian Bach bei den Tagen alter Musik im Saarland. Zudem wirkte sie an einer Rundfunkproduktion des SWR mit der „Missa Salisburgensis“ von Heinrich Ignaz Franz Biber mit. Fink gehört außerdem zur Besetzung der Gutenberg Soloists, mit denen sie schon mehrere CDs mit Kantaten von Georg Philipp Telemann aufgenommen hat.

Carlos Negrín López (Tenor) schloss sein Studium der Musikwissenschaft an der Universität Valladolid (Spanien) ab und studierte im Anschluss im Bachelor Gesang an der Hochschule für Musik Saar. Aktuell absolviert er einen Masterstudiengang in Alter Musik am Koninklijk Conservatorium Den Haag (Niederlande) und lernt darüber hinaus unter anderem bei Robin Blaze und Peter Kooij. Negrín sang die Hauptrollen in verschiedenen Opernproduktionen wie Händels „Radamisto“ (als Tiridate), Glucks „Iphigénie en Tauride“ (als Pylades) oder „Das schlaue Füchslein“ (als Schulmeister) und arbeitete mit namhaften Dirigenten wie Judith Kubitz, Christopher Ward, Stephan Neubert oder Fabio Bonizzoni. Darüber hinaus ist der Künstler auch ein gefragter Oratorien- und Lied-Sänger.

Klaus Mertens (Bariton) kann auf über 200 CD-Einspielungen zurückblicken, darunter das komplette Kantaten- und Oratorienwerk von Johann Sebastian Bach sowie eine Gesamteinspielung des Œuvres von Dieterich Buxtehude. Beide Produktionen wurden von Ton Koopman geleitet, mit dem Mertens eine über 40-jährige Freundschaft verbindet. Mit Leidenschaft widmet er sich von jeher der Musik von der Renaissance über die Klassik und Romantik bis hin zu zeitgenössischen Komponisten, die auch eigene Werke für ihn schreiben. Hierbei spielt das Lied in seinen mannigfaltigen Erscheinungsformen eine große Rolle. Darüber hinaus arbeitet Mertens mit nahezu allen bedeutenden Dirigenten der Alten Musik-Szene, aber auch vielen Dirigenten moderner Orchester und ist gern gehörter Gast bei wichtigen internationalen Festivals. In seinen eigenen CD- und Konzertprojekten, die er forschend begleitet, ist es ihm ein grundsätzliches Anliegen, wertvolle unerhörte bzw. lange verschollene Werke wieder zum Klingen zu bringen. In Anerkennung seiner bisherigen Arbeit als Interpret barocker Vokalmusik wurde Mertens 2016 der Georg-Philipp-Telemann-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg sowie 2019 die Bach-Medaille der Stadt Leipzig verliehen.

Das von Felix Koch geleitete Neumeyer Consort wurde 2007 mit dem Ziel gegründet, die Lebendigkeit und Vielseitigkeit barocker Musik in unterschiedlichen Besetzungsmöglichkeiten hörbar zu machen. Diese Vielfalt ermöglicht sowohl das Auftreten als groß besetztes Barockorchester als auch in kammermusikalischer Formation. Das Ensemble des Forums Alte Musik Frankfurt/Main und der Internationalen Musiktage Wörrstädter Land realisierte verschiedentlich Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen und folgte Konzerteinladungen u. a. zu den Tagen alter Musik im Saarland, der Kammeroper Schloss Rheinsberg, den Magdeburger Telemann-Festtagen, den Göttinger Händelfestspielen, den Schwetzinger Festspielen des SWR, dem Rheingau Musik Festival, in die Alte Oper Frankfurt, sowie nach Südafrika (Kapstadt, Stellenbosch) und zu den Norfolk Concerts nach England. Neben der regen Konzerttätigkeit und Zusammenarbeit mit renommierten Gastdirigenten der Alte-Musik-Szene wie Michael Hofstetter, Wolfgang Katschner, Andreas Scholl, Konrad Junghänel, Sigiswald Kuijken, Ton Koopman und Masaaki Suzuki erfüllt das Neumeyer Consort durch die enge Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Mainz auch einen pädagogischen Auftrag.

In einem gemeinsamen Projekt mit den Gutenberg Soloists entsteht aktuell eine Gesamteinspielung aller 72 groß besetzten Kirchenkantaten des Französischen Kantatenjahrgangs von Georg Philipp Telemann aus dem Jahr 1714/15. Hierbei handelt es sich um ein zwölfköpfiges Vokalensembles, das sich aus Gesangsstudierenden aus Deutschland und dem europäischen Ausland, talentierten Ensemblesängerinnen und -sängern sowie den Solointerpreten der Arien zusammensetzt, womit man der historischen Aufführungspraxis folgt. In den Chor integriert sind auch die Artists in residence, die in verschiedenen Phasen des Telemann projects dazustoßen, darunter profilierte Interpreten Alter Musik wie Elisabeth Scholl, Sabine Goetz, Hans Christoph Begemann, Hans Jörg Mammel, Georg Poplutz oder Gotthold Schwarz.