Big W and Little J

Der Name John Potter hat in der internationalen Vokalszene einen extrem guten Klang: der Tenor und Autor zahlreicher musiktheoretischer sowie -praktischer Schriften war in jungen Jahren zeitweise Backgroundsänger berühmter internationaler Rock- und Popgrößen wie Led Zeppelin, konzentrierte sich dann jedoch auf den klassischen Gesang: Potter war Mitglied der berühmten Swingle Singers, Gründer des Ensembles Red Byrd und sang von 1984 bis 2001 im weltbekannten Hilliard Ensemble. Nun kommt er in seiner Eigenschaft als Ensemble-Dozent nach Rheinhessen – und das nicht zum ersten Mal: Mit seinem Kollegen und langjährigem Freund, dem Udenheimer Gesangspädagogen Werner Schüßler, wird Potter vom 21. bis zum 23. September ein Kursprojekt für junge Gesangsensembles anbieten, nachdem er am 20. September mit seinen Kollegen des international besetzten „Dowland Project“ in der katholischen Kirche in Spiesheim die diesjährigen Internationalen Musiktage Wörrstädter Land eröffnet hat.

Am Abend des letzten Kurstags kann das Publikum dann die Teilnehmerensembles und ihre Kursergebnisse erleben. Was genau am 23. September um 19 Uhr in der katholischen Kirche Gabsheim zu hören sein wird, ist noch gänzlich unbekannt, wird das Programm doch durch die jungen Gesangsensembles bestimmt und während des Projekts erarbeitet. Dessen Angebot richtet sich an professionelle Ensembles wie interessierte Amateure, bestehende Gruppen und neu gegründete Formationen. Gesucht werden Ensembles in möglichst solistischer Besetzung mit mindestens drei und höchstens zwölf Stimmen. „Dabei ist es ganz egal, welches Repertoire die einzelnen Gruppen singen“, betont Schüßler: „Je unterschiedlicher, umso mehr kann man voneinander lernen.“

Während des dreitägigen Kurses in der Saulheimer Sängerhalle (der  Dienstagnachmittag, Mittwoch ganztags und Freitagvormittag stattfindet) werden die Sängerinnen und Sänger von John Potter und Werner Schüßler im Wechsel unterrichtet, wobei dann auch bei den jeweils anderen Gruppen hospitiert werden kann. Kurssprachen sind deutsch und englisch (mit Übersetzungsmöglichkeit). Der Brite hat dabei die künstlerischen und gestalterischen Aspekte im Blick und wird den jungen Kollegen Tipps für Repertoireauswahl, Bühnenpräsenz und sangliche Interaktion geben. Schüßlers Schwerpunkt liegt auf der Klanggestaltung und -verschmelzung, das Einbringen der individuellen Fähigkeiten und Bildung eines Ensembleklangs. Der Udenheimer schätzt an seinem Kollegen aus York vor allem die Fähigkeit, sich musikalisch ganz auf sein Gegenüber einzulassen: „Er gibt nie vor, wie es sein muss, sondern ermutigt, eigene Wege zu finden und zu gehen.“ So können auch Gruppen-Improvisationen während des Kurses eine Rolle spielen. Potter hat als Dozent bereits mit vielen großen Namen der Vokalszene zusammengearbeitet, darunter Singer Pur, Amarcord oder Trio Medieval. Auch Schüßler wird in der Vokalszene als Lehrer geschätzt und arbeitete unter anderen mit Gruppen wie Sjaella oder Nobiles.

Wer Interesse an der Teilnahme hat – die Kosten pro Person betragen 80 Euro –, kann sich bis zum 15. Juli bei Werner Schüßler anmelden. Erforderlich sind Angaben zur Besetzung und dem Alter der Mitwirkenden, zu Repertoire und den ausgewählten Stücken, eine kurze Vita des Ensembles und falls vorhanden Klangbeispiele und Fotos (Kontakt: wmschuessler@t-online.de, Telefon 0172 6715350 oder 06732 61241).

Kontaktinformationen:

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