Über Jahrhunderte hinweg bildeten der Mühlbach und die umliegenden Wiesen eine natürliche Grenze zwischen Ober- und Nieder-Saulheim. Beide Orte entwickelten sich eigenständig – mit ihrer eigenen Geschichte, Infrastruktur, ihrem Weinbau, ihren Feldern und einer jeweils eigenen Identität. Als in den 1960er-Jahren neue Baugebiete entstanden und aus den beiden Dörfern allmählich eine gemeinsame Gemeinde wurde, wuchs auch der Wunsch nach einer verbindenden Mitte. Die Fläche zwischen den Ortsteilen lag damals noch brach, und der Mühlbach floss als begradigter Kanal durch das Gelände. 1988 entstand schließlich die Idee, hier eine Grünanlage zu schaffen, die beide Orte miteinander verbindet. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten blieben die Pläne jedoch lange Zeit unverwirklicht. Erst 2011 wurde das Projekt wieder aufgegriffen und schließlich umgesetzt. Heute schlängelt sich der Mühlbach dort, wo er früher in starren Ufern verlief, durch eine rund 14 Hektar große, renaturierte Auenlandschaft. Weiden, Pappeln und Erlen prägen das Bild der Uferbereiche, während in den Wiesen wieder zahlreiche Vogelarten im hohen Gras brüten.

